Monthly Archive for August, 2010

Spreadability over stickiness

As Henry Jenkins said it right:

YouTube represents a shift away from an era of stickiness (where the goal was to attract and hold spectators on your site, like a roach motel) towards an era where the highest value is spreadability (a term which emphasizes an active agency of circulation of media content)

However, question remains: what does that mean exactly? If the importance of the source somehow loses its cool and content flow itself is all that matters, is medium no longer the message? What are measurable parameters of legitimacy, credibility, and authenticity if stickiness, and therefore the source site, no longer counts. Social graphs, data portability and data-driven journalism are no longer futuristic terms for the early adopters, but everyday concepts that determine current online business models and influence the chain of economic value added, especially in the media industry.
YouTube, being just one example of how spreadability is the prevailing currency of success, already demonstrates in how far content is king and, agency is, to stay in chess terms, just a poor pawn on the battlefield of attention. The agent, now nothing but a messenger, is crucial to the success of spreadibility (e.g. of a video). Consequently, the network of the agent is pivotal for the intended outcome. Examples are apparent not only in the news (e.g. Hudson river incident), but also in advertising (good ol Spice) and the music biz (Soulja Boy, just to name one internet phenomenon).
So, I guess in the future we will see whether impactology of the agency or the spreadability of content will prevail.

Siemens auf YouTube

Normalerweise assoziiert man YouTube mit Videos und daher auch mit traditionellen Videoproduzenten, professionelle Produzenten oder Amateure. Diese Produzenten stellen dann Videos online und kommunizieren über diese Videos mit der Community – durch die Embedding Funktion nicht nur auf YouTube, sondern auch in Social Communities.
Bekannte YouTube-Profis sind Musiklabels sowie TV-Sender und andere Medienanbieter, die User auch im traditionellen Medienraum antreffen können. Amateure werden zu YouTube Stars und so wird die Videoplattform auch zu einem Ort, an dem der User an ganz alltäglichen Situationen videovermittelt teilhaben kann.
Nun gibt es aber auch YouTube Channel von Produzenten, die man nicht unbedingt gleich mit videovermittelter Kommunikation in Verbindung bringen würde – das ist bei Siemens bspw. der Fall.
Siemens, eine deutsche AG, die in Branchen wie Automatisierungstechnik, Energieversorgung oder Verkehrstechnik tätig ist, kann einen ziemlich erfolgreichen YouTube Kanal vorzeigen – bereits 570 Videos wurden seit Beginn des Channels Anfang 2006 vom Unternehmen hochgeladen. Knapp 10 Mio. Kanalaufrufe und 500.000 Videoaufrufe gab es seitdem.
Besonders interessant ist die Navigation über dem üblichen Kanal. Eine Flashanwendung zeigt in vier Reitern, was die User erwartet. Unter „Topics“ werden die Inhalte vorgestellt, die sich über fünf Themenschwerpunkte erstreckt: Demographic change and healthcare, Urbanization and sustainable development, Climate change and energy supply, Globalization and Competitiveness, und Events. Alle Themenschwerpunkte sind direkt mit der jeweils offiziellen Website verlinkt, so dass der User direkt zu einer Simens-Site gelangt. Unter dem Reiter „Divisions“findet man direktionsspezifische Videos, die wiederum mit den relevanten Seiten verlinkt wurden.
Die Cross Promo Aktivitäten auf dem YouTube Channel von Siemens funktionieren also – zumindest in eine Richtung: unzählige Male werden die User dazu aufgefordert, auf Siemens-Sites zu gehen. Was ich nicht verstehe: warum nutzt Siemens nicht die YouTube Embed Funktion auf ihren eigenen Seiten? Unter der Rubrik TV/Video finde ich nicht zurück auf YouTube und während ich ein Video von Obama bei einem Besuch bei Siemens auf der Siemens Seite finde, kann ich es mir nicht auf YouTube anschauen, es sei denn, ich besuche den YouTube Channel von whitehouse.
1105 Abonnenten können die Navigation des Kanals zwischen Deutsch und Englisch wechseln, wobei die User Partizipation etwas besser laufen könnte – das besonders häufig aufgerufene Video Exiderdome Roadshow for Automation Technology wurde zwar fast 50.000 mal aufgerufen, aber nur dreimal kommentiert. Schon besser sieht es da mit dem Video Hutchinson, KS: Community being revitalized by green jobs aus. Hier liest man Kommentare zum Thema „Green Jobs“, zum Unternehmen Siemens, die User beantworten gegenseitig ihre Fragen und ranken ihre Kommentare.
Was mich jetzt besonders interessieren würde: inwiefern können es Unternehmen wie Siemens schaffen, durch einen YouTube Kanal einen Mehrwert zu schaffen? Wie wichtig sind dabei Interaktion und Partizipation? Welche Erwartungen haben die User? Wer ist hier eigentlich die Zielgruppe?

Aktueller Einsatz Bundeswehr: YouTube

Der neue YouTube Kanal der Deutschen Bundeswehr. Ein Coverflow direkt unterhalb des Head Banners erlaubt den Usern einen direkten Einblick in die Playlists “Aktuelles, Einsatz, Ausbidung, Familie und Dienst, Bundeswehr und Classix”. Klickt man auf die Thumbnails dieser Flashanwendung, öffnet sich auch gleich das Video innerhalb des Coverflows, Ratings und kurzer Beschreibungstext inklusive.

Scrollt man dann etwas weiter runter, erkennt der Nutzer die typische YouTube Seitenaufteilung: Player mittig, Playlists rechts, darunter Kommentare und Informationen über den Produzenten. Im Einsatz ist der Channel bereits seit Juli 2006. Abonnenten gibt es bereits zahlreich: momentan folgen 2338 weitere YouTubers die Updates der Bundeswehr.
Anfang dieser Woche dann der offizielle Launch und nun findet man etwas über 80 Videos auf der Videoplattform.

Auf der Landing Page startet auch gleich der Trailer für den YouTube Kanal der Bundeswehr. Fahnenwörter wie „Einsatz für Frieden“, „Unterstützung“ und „Stabilisierung“ fallen.
Taz.de beschreibt die Videos stilistisch als betont sachliche, am Nachrichtenstil orientierte Berichterstattung und schreibt, die Bundeswehr wolle damit Transparenz schaffen.

So findet man beispielsweise in der Playliste „Familie und Dienst“ Informationen für Daheimgebliebene und Aufgaben der Solidargemeinschaft. Unter „Classix“ kann der User Videos vom internationalen Fallschirmspringerwettbewerb 1970 abrufen oder das 10jährige Bestehen eines Unteroffizierkorps in Köln von 1968 bestaunen, unter „Einsätze“ stellen Soldaten ihre Aufgaben in Djibuti und Afghanistan vor.

Die Videos beginnen mit einem Jingle, die Animation am Anfang wird betitelt mit „BWTV“ – der TV-Sender der Bundeswehr. Es wird auf die Grundregeln der Netiquette aufmerksam gemacht und man entschuldigt sich schon mal dafür, dass die Kommentare erst nach Moderation freigegeben werden können.

Wie unterschiedlich der Kanal aufgenommen wird und wie emotional die Debatte laufen kann, zeigen bereits die über 400 Kanalkommentare. Einerseits sind User begeistert vom Channel, andere User können allerdings nicht viel damit anfange. Vintage0808 schreibt bspw. : „Meine Güte ist das ein Kommerz. Nur damit noch mehr junge Soldaten ihre Seele und ihr Leib dem manipulativen Bundeswehr verkaufen.“

Die Kommentare beziehen sich teils aud die Bundeswehr im Allgemeinen (User hebemann schreibt: BUNDESWEHR ABSCHAFFEN!“), andere Kommentare gehen auf den YouTube Channel ein (User ZeroNinierFoxtrot schreibt: “Channel wurde ja noch 2006 registriert. Schade, dass ihr erst jetzt aktiv geworden seid. Find ich eine gute Idee, US, Engländer, Australier u.s.w. habe auch für Ihre Streitkräfte eine YouTube Präsenz authorisiert.Vielen Dank, freue mich schon auf all die Videos!”).

Inwiefern die Bundeswehr mit den Kommentaren nebst Moderation in Zukunft umgeht, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Und auch die Funktion der Videos kann nur in einem langfristigen Zeitrahmen genauer untersucht werden. Fest steht, dass die Bundeswehr mit dem YouTube Channel einen neuen Diskursraum erobert und ich bin gespannt, wie sie mit den neuen Herausforderungen umgehen werden.