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Archive for the 'Uncategorized' Category
… and no, I am not talking about that sneezing Panda viral video but about the new YouTube design that we can test (well, it’s actually already two weeks). YouTube calls it Cosmic Panda and it magically transforms your YouTube experience. The new design is still in Beta but you can check it out right here (just for Chrome right now).
After having had a lot of buzz around G+ over the past weeks, Google is finally taking care of their video baby. The new design is somewhat dark and mystic and what I love most about it is that you can easily switch the sizes of the player. Your current video also keeps playing while you’re browsing through various playlists, channels or other videos. So basically, you can watch and zap simultaneously.
Awesome.
YouTube’s design is making a lot of use of CSS3 components which results in a more contemporary look and they slightly changed the logo. However, and surprisingly, they decided not to include “Google” into their logo. Golem says the new design looks a lot like the platform Hulu and they reported that Google is interested in buying Hulu, so, we will see what’ll happen there.
What I’m wondering: What does that mean for YouTube content providers? In how far do they have to adapt to the new design in regards to their own channels? It looks like graphic designers have got some work ahead.
More News here:
- T3N: Cosmic Panda hübscht YouTube auf und bietet neue Funktionen
- Google Watch Blog: Cosmic Panda – Experimentelles Design für YouTube
- Stern: Der “Cosmic Panda” ist los
- Basic Thinking: Cosmic Panda spendiert YouTube ein neues Design
- Golem: Youtube testet neues Design
Heute war bei mir “Clay Shirky”-Tag, ich habe Interviews gesehen, seine Artikel gelesen und in einigen seiner Blogposts gestöbert. Warum? Clay Shirky ist NYU Professor und ich habe ihn letzte Woche das erste Mal bei SXSW gesehen. Dort stellte er die Frage, ob Soziale Medien revolutionär seien und inwiefern sie für die Revolutionen in Tunesien und in Ägypten relevant waren.
Synchronisation, Coordination, Documentation
Shirky sagte, dass die Regierungen den Zugang zu Informationen jahrelang systematisch überschätzt hätten, dafür aber den Amateur-Zugang zur Öffentlichkeit und die Möglichkeit, dadurch öffentlich Gruppen zu bilden systematisch unterschätzt hätten. Der Amateur-Zugang zur Öffentlichkeit und die damit einhergehende Chance, zu „synchronisieren“, ohne von einer öffentlichen oder gar staatlich-regulierten Institution in jeglicher Form beeinflusst zu werden, ist genau das, wovor so viele Regierungen Angst haben.
„Governments aren’t afraid of informed people, they are afraid of synchronized groups!”
Die Medienlandschaft der Vergangenheit war lediglich für das Push-Modell geeignet: Produktion einer für sie (pol./kult./wirtsch. …) relevanten Nachricht und die darauffolgende Distribution dieser Nachricht bis in die letzten Ecken eines Netzwerkes. Die Sozialen Medien bieten die Chance, als Amateur ebenfalls in die Öffentlichkeit zu treten und eine Meinung zu verkünden. Wenn sich dann Leute zusammenfinden, die diese Meinung teilen, können sie sich durch diese Sozialen Medien wie bspw. Twitter oder Facebook koordinieren und Demonstrationen planen. Ein weiterer Schritt, der durch die Sozialen Medien ermöglicht wird ist die langfristige Dokumentation der einzelnen geplanten Events, so dass diese Informationen „nach draussen“ gelangen können. In Tunesien und Ägypten halfen Facebook und Twitter vor allem der internationalen Gemeinde, zu Informationen zu gelangen. Inwiefern sie halfen, Informationen an die einzelnen Demonstranten zu bringen, ist noch nicht ganz klar. Fakt ist: ohne die zahllosen Videos auf YouTube, Tweets oder Facebook Gruppen wäre die internationale Gemeinde vielleicht nie auf diesen Aufstand aufmerksam geworden. Soziale Medien verhelfen also zu: Synchronisation, Coordination, and Documentation.
Kifaya Bewegung als Voraussetzung für friedliche Bewegung
Shirky sagt aber auch, dass es nicht einzelne Tweets oder kurzfristig angelegte Facebook Gruppen sind, die diese Revolutionen vorantrieben. Sein Beispiel dafür ist die Kifaya Bewegung aus Ägypten, die schon seit mehreren Jahren versucht, koordiniert und friedlich auf Mißstände der Mubarak Regierung aufmerksam zu machen. Kifaya ist Arabisch und heißt „GENUG“. Nur durch langjährige und gut organisierte Vorbereitung konnten diese Revolutionen erfolgreich (obwohl Erfolg hier noch definiert werden muss; Anm. d. Red.) verlaufen. Sein Gegenbeispiel: im Sudan hat die Regierung eine Facebook Gruppe eröffnet und zu einer Demonstration aufgefordert. Als die Demonstranten dann tatsächlich vor Ort erschienen, wurden sie alle festgenommen. Der Grund daüfr: die Leute kannten sich nicht – sie haben nichts längerfristig koordiniert bzw. geplant.
Censorship, Propaganda and Surveillance
Auf der anderen Seite kann man natürlich die Frage stellen, inwiefern Soziale Medien die Regierungen durch Zensur, Propaganda und Überwachung helfen kann. Der Nwaat.org-Mitbegründer Sami Ben Gharbia musste in den 90er Jahren Tunesien verlassen und lebt nun in Holland. Durch seine Organisation Nwaat.org blieb er allerdings ein Dorn im Auge, sein Google Mail Account wurde gehackt und viele weitere Facebook Konten wurden überwacht und zensiert. Shirky behauptet:
“Censorship, propaganda and surveillance help compensate for increased communicative freedom but they don’t actually reverse it.”
Er geht sogar noch weiter und sagt:
“The spread of internet and mobile phones actually pushes countries in the directions of more responsive governments.”
Dictators’ Dilemma
Ein Grund für diese recht positive Aussage ist wohl das Konzept des „Dictators‘ Dilemma“, das im Endeffekt sagt, dass ein ganzes Land nicht einfach offline gehen kann, weil es sonst auch von allen wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten ausgeschlossen sein würde (in einem anderen Interview schließt er allerdings Länder mit großen Ölressourcen aus, weil sie NOCH autonom handeln könnten). Ein Beispiel ist Bahrain 2006. Damals wurde Google Earth benutzt, um zu zeigen, wie prunkvoll Regierungsmitglieder lebten – hinter dem Präsidentenpalast entdeckte man ein F1 Rennbahn, man fand große Paläste in öffentlichen Parks usw. Damals wollte die Regierung Google Earth einfach abschalten. Durch dasVerbot wurden aber erst die Leute auf Google Earth aufmerksam, so dass die Regierung den Service wieder erlauben musste. In Ägypten wurde das Internet für zwei Tage komplett lahm gelegt. Dadurch waren nicht nur die Demonstranten nicht mehr miteinander verbunden, sondern das komplette Land vom Rest der Welt abgeschottet – die Regierung musste den Zugang zum Internet wieder herstellen, weil es sonst zu einer wirtschaftlichen Krise gekommen wäre – Dictators‘ Dilemma eben.
Soziale Medien und die 68er
Shirky hat eine interessante Analogie zwischen Sozialen Medien und den 68er gefunden. Er behauptet, dass die Sozialen Medien für die junge Generation wie Rock `n` Roll für die 68er war. Die Sozialen Medien grenzen uns (ja, ich zähle mich zu den Jungen :)) von anderen Generationen ab. Sie geben uns eine Stimme und erlauben uns zu sagen: WIR SIND ANDERS ALS IHR.
In Shirkys Worten:
“Social Media provides a narrative for our generation to say that we are different”.
Weitere Links:
Erweiterte Funktionen für YouTube deuten auf neue Akzente der Videonutzung. Während der aktive Nutzer nicht mehr zwingend für den Erfolg der Videoplattform vorausgesetzt wird, scheint man sich vermehrt auf die passiven Zuschauer zu konzentrieren.
ZDF, die Bundeswehr oder Siemens werden sicherlich nicht sofort mit Schlagworten wie Web 2.0, Medienkonvergenz oder partizipatorische Kommunikation assoziiert. Trotzdem sind sie Beispiele für erfolgreiche deutschsprachige YouTube Präsenzen, die zeigen, wie eine flexible und integrative Nutzeransprache in Millionviews umgewandelt werden kann. Warum sich traditionelle Medienunternehmen oder gar die deutschen Streitkräfte auf einer Videoplattform wie YouTube präsentieren hat mehrere Gründe.
Die hohe Nutzung von Online-Videoplattformen in Deutschland führt zum einen zu neuen Möglichkeiten, Produkte oder Missionen visuell verstärkt zu kommunizieren und zu vermarkten. Laut ARD/ZDF Onlinestudie 2010 nutzen 65 Prozent der Befragten in Deutschland gelegentlich Bewegtbilder im Netz, 86 Prozent davon auf Videoportalen wie bspw. YouTube. Die im November 2006 von Google gekaufte Plattform YouTube verzeichnete im Mai 2010 weltweit einen Durchschnitt von zwei Milliarden Views … pro Tag. Die Embed-Funktion, neuerdings auch mit HTML5 Videos in der BETA-Phase, führt zusätzlich zu Videoabrufen auf externen Websites und Social Communities wie Facebook oder Blogs. Auf der 2005 gegründeten Videoplattform werden jede Minute 24 Stunden Videomaterial hochgeladen.
Eine weitaus wichtigere Ursache für die zusätzliche Präsenz der traditionellen Unternehmen und Organisationen auf YouTube können aber auch die ständigen Erweiterungen der YouTube Funktionen sein, die nicht nur für einen YouTube Trend stehen, sondern auch die zukünftige Internetnetnutzung implizieren:
1. YouTube Leanback ist beispielsweise ein Angebot, das einen personalisierten YouTube-Feed automatisch abspielt und dem User die Möglichkeit einräumt, die Videos nacheinander anzusehen (frei nach dem Motto „leanback“). Dieser Feed basiert auf die persönlichen Einstellungen und Vorlieben des eigenen YouTube Accounts oder auf die Einstellungen und Bewertungen der direkten YouTube Kontakte (oder durch eine Verknüpfung mit einem Facebook Account über Bewertungen der Freunde). YouTube Leanback ist ein Angebot, das einen aktiven Nutzer nicht mehr zwingend voraussetzt.
2. YouTubeXL bietet ein alternatives User Interface, das die optimale Wiedergabe von YouTube-Videos auf großen Bildschirmen ermöglicht. Damit schafft es Siemens oder die Bundeswehr mit Bewegtbildern neuerdings auch auf die Fernsehbildschirme. Da YouTube XL nur eine Erweiterung für Spielekonsolen darstellt, können auch ARD und ZDF auf der Sony PS 3 abgespielt werden.
3. Neuerdings werden auch Livestreams auf YouTube angeboten und man hofft, dass dieses Feature für Partner bald freigeschaltet wird. Die ersten Livestreams sind immer noch Raritäten, angefangen hat alles mit President Obama, einem indischen Cricket Spiel und Konzerte von U2 und Alicia Keys. In Deutschland konnten diese Konzerte auf YouTube noch nicht gestreamt werden, da die Gema Rechte nicht geklärt sind. Auch hier ist der aktive Nuter keine Voraussetzung für das Abspielen von YouTube Inhalten.
Weitere Funktionen wie Captions, YouTube Direct und interaktive Videos machen YouTube immer attraktiver für große Contentanbieter, die so ihre Bewegtbilder in eine Online Community integrieren.
Aber was bedeutet das für die User? Sind aktive Nutzer vor dem Hintergrund der neuesten Features auf YouTube und der erfolgreichen Partner wie Siemens überhaupt noch erwünscht? Führen Live Streams, Leanbacks und YouTube XLs nicht wieder zurück zu altbekannten Top-Down-Kommunikationswegen? Laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 scheint das Interesse an aktiver Teilhabe im Netz momentan tatsächlich tendenziell zu sinken. Gscheidle und Busemann schreiben: „Die meisten Angebote werden durch eine nur geringe Zahl von Onliner mit Inhalten versorgt. Die Idee des Mitmachens wird durch diese überschaubare Gruppe vorgetragen, ohne dass der Kreis der aktiven Web2.0-Nutzer erkennbar steigen würde – im Gegenteil: Er sinkt bei den meisten Anwendungen.“
Zwar werden in der Studie vor allem die Probleme der Sicherheit und der Privatheit als mögliche Ursache für die zögernde Inhaltelieferung genannt. Nichtsdestotrotz scheint sich YouTube mit den neuesten Features vermehrt auf die passiven Nutzer zu konzentrieren, während traditionelle Unternehmen zusätzlich als neue Partner gewonnen werden. Setzt sich das traditionelle Nutzungsverhalten letztendlich durch? Werden wir bald nur noch YouTube „anmachen“ und uns berieseln lassen wie einst vor der Flimmerkiste?
Falls dem so ist, leben wir nicht mehr in der Ära von YouTube, sondern TheyTube.
—> Dieser Beitrag ist ein Crosspost mit www.medienblick-bonn.de
